Burgen von Manderscheid


Die Oberburg wurde, wie man heute noch sehen kann, auf einem flachen Felsen errichtet. Ursprünglich war sie von einer dreieckigen Mauer umgeben und hatte einen fünfstöckigen Bergfried. 

 

Die Burg wurde erstmals zwischen 1140 und 1147 erwähnt, als ein Streit zwischen dem Grafen Heinrich dem Blinden von Namur-Luxemburg und dem Erzbischof Albero von Trier entbrannte. Das Dorf Obermanderscheid wurde im 14. Jahrhundert zum Amtssitz des Kurfürsten von Trier, der fast 400 Jahre lang bestand. Das Gebiet des Kurfürsten von Trier schloss somit das Herrschaftsgebiet der Luxemburger vollständig ein. 

Tragischerweise wurde die Oberburg im Dreißigjährigen Krieg, der von 1618-1648 währte, schwer beschädigt. Vor der vollständigen Zerstörung durch vermutlich französische Truppen im Jahr 1684, war die Burg jedoch noch bewohnbar.

 

Fast 300 Jahre später, im Jahr 1921, kaufte die Gemeinde Manderscheid die Burg, um den Verfall aufzuhalten. Heutzutage ist die Burgruine frei zugänglich. Auch der Bergfried ist wieder begehbar und bietet einen tollen Blick auf Manderscheid und die Umgebung.

  

Die Niederburg, die unter der Herrschaft des Herzogtums Luxemburg stand, wurde unterhalb der Oberburg auf einem Felsen im Tal der Lieser errichtet. Die vorteilhafte Lage der Niederburg erlaubte dessen Bewohnern die Kontrolle des Verkehrs und ermöglichte sogar eine vollständige Blockade.

 

Die Niederburg wurde wie die Oberburg im 12. Jahrhundert erbaut; vermutlich in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts. In den Jahren 1391/92 und zu Beginn des 15. Jahrhunderts wurden die Burg und die Wälle vergrößert. Dadurch fiel nun auch Niedermanderscheid ab 1427/28  in ihren Bereich. 1618 wurde die Burg von den Truppen Kaiser Ferdinand II. belagert und erfolgreich erobert. Auch die Kriege von Ludwig XIV. beschädigten die Burg stark. Erst ein ganzes Jahrhundert später, im Jahr 1711, veranlasste der damalige Graf Reparaturarbeiten an der Burg. 1794 wurde die Burg jedoch durch französische Truppen vollends zerstört. Die letzten Herrscher, die die Burg bewohnten, waren Gräfin Augusta von Manderscheid-Blankenheim und ihr Mann Graf Christian von Sternberg.  

 

Seit 1899 ist die Burg im Besitz des Eifelvereins. Die eindrucksvolle Burgruine kann gegen eine kleine Gebühr erkundet werden.